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Arbeitsmarktchancen für Architektinnen und Planerinnen in NRW

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Ist-Situation

Architektinnen und Stadtplanerinnen haben in den letzten 20 Jahren einen zunehmenden Anteil sowohl in der Ausbildung der jeweiligen Fachrichtungen als auch in der beruflichen Praxis gewonnen. Dennoch gibt es nach wie vor deutliche Unterschiede für Frauen im beruflichen Alltag gegenüber Kollegen: Absolventinnen befinden sich länger in der Warteschleife als Absolventen des gleichen Jahrgangs, bevor sie ihre erste Stelle antreten; sie finden sich überproportional häufig in den ungesichertsten Beschäftigungsverhältnissen; das durchschnittliche Einkommen von Frauen in derselben Phase der Berufsbiografie ist geringer als das der Kollegen; den Frauen gelingt es am ehesten, an den Rändern der Profession, in deren Umfeld oder in neu entstehenden und damit auch vom Prestige her noch relativ "weichen" Teilbereichen Fuß zu fassen.

Gleichzeitig gelingt es zunehmend mehr Frauen, sich erfolgreich in ihrem Beruf zu etablieren: sei es als Angestellte, Selbständige, in Wissenschaft, Forschung und Praxis. Reale Erfahrungen von Frauen in dieser Männerdomäne liegen bislang nur vereinzelt vor. Gleichzeitig brauchen Mädchen und Frauen Vorbilder zur Orientierung, um zu sehen, daß bereits andere vor ihnen diesen Weg beschritten haben und diese Wege gangbar sind.

40 Frauen wurden u.a. über ihre Ausbildungssituation, aktuelle Tätigkeitsschwerpunkte, Hindernisse und Chancen im beruflichen Alltag, Mitarbeit in Berufsverbänden interviewt. Befragt wurden Frauen

aus Nordrhein-Westfalen, die in unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern und Machtpositionen ihre Frau im Beruf stehen. Diese Bestandsaufnahme der Beschäftigungslage für Architektinnen und Planerinnen wird in einer Querauswertung und in Form von Kurzportraits ausgewertet. Wir erhoffen uns Hinweise auf Ausbildungsdefizite und neue Beschäftigungsfelder für Frauen. Darüber hinaus werden an Ausbildungsorten Workshops für Architekturstudentinnen zum Thema "Berufsfelder und Perspektiven für Architektinnen" durchgeführt. Ergänzend finden Workshops mit Verbänden statt.

Bewilligt ist das Projekt aus dem Landesprogramm zur "Erschließung neuer Berufsfelder für Frauen in Technik und Handwerk" und hat eine Laufzeit von 18 Monaten. Die finanzielle Förderung erfolgt durch das Ministerium für Arbeit und Soziales, Qualifikation und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen in Verbindung mit dem Ministerium für Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit sowie die Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung Dortmund. Die Bearbeiterinnen sind Doris Reich und Birgit Unterfeld.

Ziel der Befragung

... war es, einen Querschnitt zur Beschäftigungslage von Architektinnen und Planerinnen in Nordrhein-Westfalen aufzuzeigen. Dazu wurden Frauen gewonnen, die in einem leitfadenorientierten Interview Auskunft über ihre Ausbildungssituation, ihren beruflichen Werdegang, ihren jetzigen Aufgaben- und Tätigkeitsbereich sowie die berufliche Interessensvertretung von Frauen im Architektur- und Planungsbereich gaben. Bei der Ausbildungssituation interessierte uns z.B. der Anteil der weiblichen und männlichen Studierenden, ob es weibliche Lehrpersonen gab oder welche Erfahrungen die Interviewpartnerinnen im Studium, während Praktika auf Baustellen oder bei einer Büromitarbeit als Frauen gemacht haben. Wichtig war auch zu erfahren, wie die Vorbereitung auf die berufliche Praxis aussah und welche Vorstellungen über das Berufsleben im Studium vermittelt wurden.

Eine wichtige Phase war der Berufseinstieg. Die Zeit zwischen Studienabschluß und erster Stelle bzw. erstem Auftrag und der Weg dorthin z.B. über eine Anzeige, persönliche Kontakte oder Praxiserfahrungen gaben Aufschluß über Hindernisse oder förderliche Aktivitäten zum Berufsstart.

Einen breiten Raum nahm die Skizzierung des beruflichen Werdegangs und der derzeitige Aufgaben- und Tätigkeitsbereich ein. Themen wie der Umgangston am Arbeitsplatz oder das Verhältnis und Akzeptiertwerden von weiblichen/ männlichen KollegInnen/ Vorgesetzten/ Auftraggebern wurden ebenfalls angesprochen. Erfahrungen mit Arbeitslosigkeit oder beruflicher Unsicherheit, wichtige Einbrüche oder Wendepunkte in der beruflichen Laufbahn waren auch gefragt. Ein weiterer Themenkomplex betraf das Verhältnis von nötigem Fachwissen und persönlichen Qualifikationen wie zum Beispiel Verhandlungsgeschick, Präsentation, Kommunikationsfähigkeit und die Reflexion darüber, welche Fähig- und Fertigkeiten nicht oder nur unzureichend im Studium vermittelt wurden.

Der letzte Fragebereich betraf die berufliche Interessenvertretung. Hier interessierte uns die Mitgliedschaft in Berufsvereinigungen, die Verbesserung von Angeboten zur beruflichen Förderung von Architektinnen und Planerinnen und die Einschätzung von beruflichen Netzwerken von und für Frauen.

Angesprochen wurde auch, ob die Frauen bereit sind, ihre Erfahrungen im Rahmen von Workshops an Studentinnen weiterzugeben. Jedes Interview dauerte ca. 1 1/2 Stunden und wurde auf Wunsch entweder am Arbeits- oder am Wohnort durchgeführt. Die Interviews wurden per Tonband aufgezeichnet und transkribiert.

 

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